ÖDP-VORTRAG in Sontheim: Währungsschnitt für Griechenland unumgänglich

SONTHEIM, 13.10.2011. Andreas Häußler, Vorsitzender des neu gegründeten ÖDP Gemeindeverbandes freute sich: Groß war das Interesse an dem Vortrag mit Prof. Dr. Klaus Buchner in der vergangenen Woche. Dieser war bis im Oktober 2010 Bundesvorsitzender der Ökologsich-Demokratischen Partei. Einen Schwerpunkt des Vortrags bildeten die Euro- und Schuldenkrise sowie die Atompolitik.

Für den emeritierten Universitätsprofessor war die Abstimmung über den "Europäischen Rettungsschirm" ein schlimmes, aber eindrucksvolles Beispiel, wie im Bann der Eurokrise, Rechte des einzelnen Abgeordneten und Parlamentes regelrecht mit Füßen getreten würden. Dabei sieht er die politische Grundlage für die Fehlentwicklung schon viele Jahre zurückliegend. Während der Faktor "Arbeit" immer mehr mit Steuern und Abgaben belastet wurde, seien Unternehmer und Kapitaleinkommen immer mehr begünstigt worden. Im Zeitraum von 1950-2000 sei das Einkommen der abhängig Beschäftigten um gerade mal das 3-fache gewachsen, während das Einkommen aus Kapitalvermögen um das 11,5 fache gestiegen sei. Diese einseitige Förderung sei dann 1:1 von der rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Schröder fortgesetzt werden. Besonders prekär: Schon im Jahr 2003 (also lange vor der Finanzkrise) habe das Trio um Schröder, Eichel und Clement konkrete Planungen für eine sogenannte "Bad Bank" diskutiert. Wenn nun mit den Rettungsmaßnahmen des "europäischen Schutzschirms" Zinszahlungen sichergestellt werden, um eine Insolvenz der angeschlagenen Staaten zu verhindern, nütze dies in erster Linie den Gläubigern und Spekulanten. Prof. Dr. Buchner ist davon überzeugt: "Ein Währungsschnitt für Griechenland ist unumgänglich! Allerdings wäre dieser vor einem Jahr weitaus einfacher gewesen."

Den zweiten Schwerpunkt des Abends bildete das Thema "Energieversorgung ohne Atom". Schon vor Jahrzehnten hat sich der studierte promovierte Atomphysiker im Laufe seiner Biografie von einem leidenschaftlichen Befürworter zu einem entschlossenen Gegner der Energiegewinnung aus Atomkraft entwickelt. Anhand zahlreicher Schadensfälle aus der jüngsten Vergangenheit belegte er, dass selbst die als besonders sicher geltenden deutschen Atomkraftwerke bei Störfällen nicht ausreichend abgesichert sind.

Schon heute sei die Erzeugung von Strom durch erneuerbare Energien wie Wind und Wasser meist günstiger als Atom- und Kohlestrom. Als schlichtweg falsch wies der studierte Atomphysiker die Behauptung zurück, wonach allein aufgrund der erneuerbaren Energien das Stromnetz massiv ausgebaut werden müsse. Prof. Buchner: "EU-Kommissar Günther Oettinger möchte Deutschland zu einem Stromtransitland machen". Auch sei die einseitige Förderung von küstennahem "off-shore"- Windkraftanlagen ein Zugeständnis an die vier großen Stromkonzerne. Die ÖDP hingegen favorisiere die dezentrale und Bürger eigene Stromerzeugung. Dazu gab er u.a. auch gutes Beispiel aus der Gemeinde Pullach bei München.


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